Ermittlung des individuellen Erkrankungsrisikos
Zur Verbesserung der Praktikabilität der Untersuchungen und einer vereinfachten
und gleichzeitig verbesserten Dokumentation wurde eine rechnergestützte Version
(s. Abb. 1) auf der Basis der von Ramseier, Lang und anderen Autoren gemachten Untersuchungen entwickelt.
Abb. 1 Rechnergestützte Risikodiagramm
Die Vektoren des Risikodiagramms stellen die einzelnen Faktoren bzw. Indikatoren für progredienten Attachmentverlust
dar und umfassen jeweils einen unteren, einen mittleren und einen oberen Risikobereich. Alle Faktoren sind gemeinsam
zu beurteilen. Die genannten Risikobereiche entsprechen den Sechsecken, das heißt, der niedrigste Risikobereich ist
innen und der hohe Risikobereich ist im äußeren Sechseck angesiedelt.
Nach den Vorgaben von Ramseier und Lang besteht ein geringes parodontales Risiko, wenn alle sechs Parameter sich in
der niedrigen Risikokategorie befinden oder maximal 1 Parameter ein mittleres Risiko aufweist. Ein mittleres Risiko
Attachment zu verlieren wird dann angenommen, wenn sich mindestens zwei Parameter in der mittleren Risikokategorie
befinden oder höchstens ein Parameter im hohen Risiko liegt. Ein hohes Risiko besteht dann wenn sich mindestens zwei
Parameter in der hohen Risikokategorie befinden.
Diese Parameter sind Grundlage für die darauf folgende Berechnung des Risikos und des Recall-Intervalls (siehe Abb. 2).
Abb. 2 Diagramm mit Risikoberechnung und Empfehlung des Recalls
Hierbei hat die Praktikabilität im Praxisalltag besondere Berücksichtigung gefunden. Während die Eingabe der Parameter
1 bis 3, 5 und 6 unproblematisch sind, hat bei der manuellen Eingabe die Berechnung des altersbezogener Attachmentverlust
(5. Parameter) häufig zu mathematischen Fehlergebnissen geführt. Nun berechnet das Programm "Dentalyser" nach Eingabe
der Messwerte den altersbezogenen Attachmentverlust und den Recall-Intervall automatisch. Je nach Risiko wird dem Anwender
ein Intervall von 3,- 6- oder 12 Monaten vorgeschlagen. Die Abb. 2 zeigt einen Recall-Intervall von 6 Monaten und ein
mittleres Risiko an.
Die Risikobeurteilung erfolgt zum Ende sowohl als Ausdruck als auch
in Form einer farbunterlegten grafischen Darstellung. Grün, Gelb und Rot
stehen für kein oder geringes Risiko, mittleres Risiko und hohes Risiko.
Hierbei handelt es sich ausschließlich um eine Beurteilungsoption.
Die automatisch vorgeschlagene Risikobeurteilung kann manuell geändert werden (Abb. 3).
Der Zahnarzt kann mit diesem Instrument die Einordnung der Risikostufe eines Patienten
modifizieren, um so eine möglichst individuelle Therapieentscheidung treffen zu können.
Abb. 3 Risiko manuell ändern
Die an einem Patienten erstellten Diagramme werden gespeichert und können bei
Bedarf durch Überlagerung verglichen werden (siehe Abb. 5). Hierdurch sind
Rückschlüsse auf den Erfolg einer Therapie ebenso möglich wie das Auftreten
neuer Risikofaktoren im Verlauf der unterstützenden Parodontaltherapie.
Die Einbindung der rechnergestützten parodontalen Risikodiagnostik in den
zahnärztlichen Praxisablauf wird besonders effektiv wenn die bestehende
Programmversion an andere diagnostische Programme angekoppelt wird (z.B. Floridaprobe® ).
Die Ergebnisauswertung erfolgt dann automatisch.
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